Braugerste

Unter Braugerste versteht man im Gegensatz zur Futtergerste eine Gerste, die für Brauzwecke und damit zur menschlichen Ernährung angebaut wird.

Braugerste wird in der Mälzerei zu Malz verarbeitet und findet Verwendung als geschrotetes Braumalz in Brauereien, als gemahlenes Backmalz in der Backwarenindustrie, als Whisky- und Brennmalz in der Spirituosenindustrie, als Malzkaffee oder z. B. in Frühstücksflocken. Zum Brauen und Mälzen können fast alle Getreidearten verwendet werden. Die Gerste hat sich jedoch neben dem Weizen als Hauptrohstoff durchgesetzt. Die Spelzen der Gerste sind in der Brauerei von technologischer Bedeutung, denn sie bilden beim Läutern der Maische eine natürliche Filterschicht zum Trennen der Bierwürze vom Treber. Außerdem weist die Gerste von allen Getreidearten die höchste Aktivität an stärkeabbauenden Enzymen auf, was für die schnelle Verzuckerung der Stärke im Sudhaus der Brauerei wichtig ist. 
Braugerste wird überwiegend aus zweizeiliger Sommergerste hergestellt. Durch Pflanzenzüchtung sind in den letzten Jahren neue zweizeilige Winterbraugerstensorten entstanden, die der Qualität von Sommerbraugerstensorten schon sehr nahekommen. Außerdem werden, überwiegend in Frankreich, auch noch sechszeilige Winterbraugersten angebaut.

Qualitätskriterien Braugerste

Feuchtigkeit max.14,5%
Sortierung > 2,5 mm min.
Feststellung mittels Schlitzsieb
85 % (70 %)
< 2,0 mm & > 5,0 mm
Bruch max. 
• Keimfähigkeit min. 
• Wintergerste max. 
• aufgeplatzte Körner 

1 %
95 % (93 %)
2 % (4 %)
max. 2 %

Besatz max.2,5 %
davon höchstens:
Schmacht- und Bruchkorn 
Kornbesatz
• davon fusariumbefallene Körner 
Schwarzbesatz 

2,5 %
2,5 %
0,5 %
1 %
Auswuchs Basis (max.) 1 %
Rohprotein min. 9,5 %
Rohprotein Basis (max.) 11 % (12 %)
Deoxynivalenol (DON) max. 1250 ppb
Zearalenon (ZEA) max.100 ppb.

*Gerste unterliegt als Naturprodukt diversen qualitätsbeeinflussenden Faktoren, wie zum Beispiel klimatischen Bedingungen während der Vegetationsperiode, Beschaffenheit von Anbaufläche, Einsatz von Dünger oder Schädlingsbe-kämpfungsmittel sowie Produktionsverhältnisse und der Einsatz von Hilfsmitteln. Daher gilt grundsätzlich, dass die Qualität der Ware jedes Jahr variieren kann.

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