Brot- und
Futtergetreide

Als Getreide werden einerseits die meist einjährigen Pflanzen der Familie der Süßgräser bezeichnet, die wegen ihrer Körnerfrüchte kultiviert werden, andererseits die geernteten Körnerfrüchte.

Die Früchte dienen als Grundnahrungsmittel zur menschlichen Ernährung oder als Viehfutter, daneben auch als Rohstoff zur Herstellung von Genussmitteln und technischen Produkten. Getreidekörner bestehen aus dem stärke- und (in geringerem Umfang) auch eiweißhaltigen Mehlkörper, dem fetthaltigen Keimling, der miteinander verwachsenen Samenschale und Fruchtwand sowie der zwischen Mehlkörper und Schale liegenden eiweißhaltigen Aleuronschicht. Das enthaltene Eiweiß einiger Getreidegattungen (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Triticale) wird auch als Kleber oder Gluten bezeichnet. Für die meisten Verwendungen werden die Früchte nach der Reife durch Dreschen von den abgemähten Pflanzen abgetrennt, wobei bei einigen Sorten auch die mit der Schale verwachsenen Deck- und Vorspelzen noch am Korn verbleiben, bei wenigen urtümlichen Sorten auch Hüllspelzen und Bruchstücke der Ährenspindel. Bei den meisten Mehlsorten wird traditionell die Schale durch Mahlen, Schleifen oder andere Verfahren möglichst vollständig entfernt und als Kleie getrennt verwertet, bei Vollkornmehl ist dies nicht der Fall. Um lagerfähige Produkte zu erhalten, muss auch der Keimling entfernt oder hitzebehandelt werden. Er kann zur Gewinnung von Getreidekeimöl genutzt werden. Zum Verzehr werden Getreidefrüchte bzw. ihre Mehlkörper hauptsächlich gemahlen und als Brot gebacken, als Brei gekocht oder zum Beispiel zu Nudeln weiterverarbeitet. Aus Getreidesorten mit geringem Kleberanteil lässt sich Brot nur als Fladenbrot herstellen. 

Lagerung

Üblich sind heute Silos zur Einlagerung von Getreide, sogenannte Flach- und Hochsilos. Es werden aber auch einfache Lagerhallen (Flachlager) als Zwischenlager verwendet. Die Überwachung und Pflege des Getreides im Lager sind unbedingt erforderlich. Getreide atmet: Das heißt, es findet eine Feuchtigkeitsumverteilung im Getreidekorn statt und zum Teil auch Wasseraustritt – das Getreide „schwitzt“. Dies begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen. Zudem sind ca. 40 % einer Siloschüttung Hohlräume. Der Luftzustand dieser Hohlräume bestimmt das „Klima“ der Schüttung. Daher ist eine ständige Überwachung von Feuchtigkeit und Temperatur erforderlich. Zu den Grundregeln der Lagerhaltung gehören die Reinigung des Getreides vor der Einlagerung und von Zeit zu Zeit ein Luftaustausch im Silo. Getreide gilt unter folgenden Bedingungen als lagerfest: Feuchtigkeit unter 14 %, Temperatur unter 20 °C (am günstigsten sind Temperaturen von 5–8 °C). Besatz unter 1 %.

Qualitätskriterien

Das Getreide gilt als gesund und handelsüblich, wenn es von gesundem Geruch, frei von toten und lebenden Schädlingen (einschließlich Milben) und einer diesem Getreide eigenen Farbe ist, sowie den folgenden Qualitätskriterien entspricht:

Futterbereich

(die Parameter gelten für unsere „Standart-Parität“ franko Südoldenburg)

Futterweizen
min. 72 kg Kg pro Hektoliter
max. 2 % Besatz
max. 15 % Feuchtigkeit

Futterroggen
min. 68 kg Kg pro Hektoliter
max. 2 % Besatz
max. 15 % Feuchtigkeit
max. 0,10 % Mutterkorn
max. 1mg/kg DON 

Futtergerste 
min. 62 kg Kg pro Hektoliter
max. 2 % Besatz
max. 15 % Feuchtigkeit

Lebensmittelbereich

(die Parameter gelten für unsere „Standart-Parität“ franko Hamburg)

Deutscher Brotweizen mit 12 % Protein (sog. B-Weizen)
min. 77 kg pro Hektoliter 
min. 12 % Protein
min. 230 Sekunden Fallzahl
max. 2 % Besatz
max. 14,5 % Feuchtigkeit
max. 5 % Bruchkorn

Deutscher Brotweizen mit 13 % Protein (sog. A-Weizen)
min. 78 kg pro Hektoliter 
min. 13 % Protein
min. 250 Sekunden Fallzahl
max. 2 % Besatz
max. 14,5 % Feuchtigkeit
max. 5 % Bruchkorn

EU-Mahlroggen (franko Mühle)
min. 72 kg pro Hektoliter 
min. 120 Sekunden Fallzahl
max. 2 % Besatz
max. 14,5 % Feuchtigkeit
max. 5 % Bruchkorn
max. 0,05 % Mutterkorn

*Getreide unterliegt als Naturprodukt diversen qualitätsbeeinflussenden Faktoren, wie zum Beispiel klimatischen Bedingungen während der Vegetationsperiode, Beschaffenheit von Anbaufläche, Einsatz von Dünger oder Schädlingsbekämpfungsmittel sowie Produktionsverhältnisse und der Einsatz von Hilfsmitteln. Daher gilt grundsätzlich, dass die Qualität der Ware jedes Jahr variieren kann. 

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